Das Val Strem ist das längste Tal der tujetscher Berge und von den Mineralvorkommen her sehr vielseitig. Oberhalb von Sedrun zieht es sich vom Druntobel bis zum mächtigen Oberalpstock. Doch auch Landschaftlich ist das durch Wasserfälle und schroffe Gipfel geprägte Tal interessant. Bis zu den Stremser Hörnern und dem Oberalpstock ist es ein weiter Weg und das Wetter spielt auf Grund der Höhe (über 3000m) und Abgeschiedenheit eine wichtige Rolle bei der Tagesplanung. Val StremDen Anfang des Tals markiert der Druntobel, taleinwerts gesehen auf der rechten Seite. Dieser Erosionstobel ist von einigen Zonen durchzogen, die wasserklare Bergkristalle in senkrechten Klüften beinhalten. Wobei man gleich sagen muss, dass eine Kluft im Druntobel nicht immer leicht zu verfolgen ist, da das Gestein unglaublich verworfen wurde. Somit sind wir auch schon bei dem großen Problem dieser Fundstelle: Der ganze Trichter ist im Prinzip aus losem Gestein, Sand und Erde aufgebaut – und damit extrem Steinschlag gefährdet! Wenn es regnet fallen im Minutentakt Steine, die auf ihrem Weg nach unten zahlreiche weitere Felsen lösen – ausweichen ist dann teilweise nur schwer möglich.

Aus diesem Grund wird der Druntobel relativ wenig begangen und von einigen Strahlern gemieden. Neben Bergkristall (auch als Gwindel ausgebildet) und hellem Rauchquarz wurden selten schöne grüne Titanite gefunden, die mehrere cm Länge erreichten. Desweiteren ist dieses extrem mineralreiche Gebiet für schöne Zeolithe, Adular, Apatit, Epidot und Calcit bekannt. Insgesamt wurden im Druntobel bisher über 40 verschiedene Mineralien gezählt. Nach dem Druntobel folgen auf der rechten Seite Cuolm da Vi und Piz Pardatschas. In diesem Bereich konnten wir bisher schöne Bergkristalle, Rauchquarz und Adular finden. Es handelt sich dabei um Klüfte in schieferigem Gestein, die immer wieder in den steilen Grasflanken zum Vorschein kommen. Im unteren Teil überwiegt Adular und Bergkristall und ab ca. Steinbock Graubünden2300m findet man überwiegend Rauchquarz in klassischen Klüften der Region. Wenn man weiter dem Grat folgt gelangt man über den Piz Ault zu den Stremser Hörnern. Von diesem Berg laufen Grate in folgende Richtungen: Gegen Nordwesten zum Oberalpstock (die Stremser Hörner), gegen Südwesten zum Piz Gendusas und gegen Osten zum Piz Acletta. An den Stremser Hörnern wird unter anderem Epidot in Quarz, Amiant, Prehnit, Milarit, Titanit, Epidot, Pyrit, Calcit und Rauchquarz gefunden. Selten sieht man auch rosafarbene Fluorite aus dem Val Strem. Unterhalb der Stremser Hörner liegt ein Felsbuckel, der Calmut genannt wird. Diese Felswände werden von der Syenitzone traversiert und somit ähneln die Mineralvorkommen denen des Val Giuv. Gwindel aus dem Val StremLaut Parker wurden dort früher Quarz, Adular, Apatit, Titanit und auch schöne Milarite geborgen. Dieses seltene Beryllium Mineral kommt dort in bis zu 3 cm langen und schönen Kristallen vor. Am Talschluß stehen Oberalpstock und westlich der Witenalpstock. Desweiteren werden im vorderen, westlichen, Teil des Tals (Alp Caschle) immer wieder schöne Funde von Rauchquarz gemacht. Das Val Strem hat auch noch ein spezielles Vorkommen. Im unteren Bereich werden seit vielen Jahren Amethyste gefunden, die von Farbe und Glanz teilweise perfekt sind. Da leider die ganze Zone relativ verworfen ist, können fast nie ganze Kristalle gefunden werden. Ich habe mich in meiner Beschreibung jetzt auf die schon seit längerem bekannten Fundgebiete beschränkt, die keinesfalls die einzigen Orte sind an denen man Mineralien finden kann. Eigentlich muss man sagen, dass der gesamte Bereich des Val Strem fündig ist. Wer Zeit und Arbeit investiert und sich nicht scheut lange Strecken zu gehen, kann immer wieder auf eine Überraschung stoßen!

Val Strem - Amethyste, Titanit und wunderbare Rauchquarze

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